Diese Woche.

Nun, mein Seminar diese Woche war “Bildsprache” und es wurde ganz anders, als ich es mir vorgestellt hatte. Mein Dozent… nennen wir ihn mal… Schmeorg Schmiefenbach, selbst erfolgreicher Drehbuchautor, ist nämlich ein total cooler Typ. Wir durften seinen ersten Langfilm sehen noch bevor er ins Kino kommt und mit ihm darüber reden. Da mag man jetzt denken “Das ist noch kein Stoff für ein Seminar”, aber es hat eindeutig Sinn gemacht. Schon allein um Einblick zu bekommen in diese Welt des allgemeinen Filmgeschäfts.

Aber das Seminar war jetzt nicht (nur) cool, weil wir eine berühmte Person duzen durften und seine Werke besprechen durften, dieses Seminar war eine einzige Inspiration für Storytelling und Bildsprache und hat mich erstmal total dazu animiert, einen ersten eigenen Kurzfilm zu drehen. Als Fingerübung um mich zu probieren. Ausserdem mussten wir auch sehr zum Überlegen anregende Übungen machen, die nicht wichtig waren, als dass wir sie vorstellen sollten, sondern welche, die nur für uns waren. Welche, wo wir bei uns sein durften und Eindrücke auf uns wirken lassen durften.

Das eindruckvollste Beispiel für so eine Übung war die folgende. Ich schreibe sie hier auf, damit jemand sie auch probieren kann, was ich durchaus empfehlen würde.

Nimm drei identische Zettel.

Schreibe auf den ersten Zettel dein wichtigstes berufliches Ziel. Und zwar ein richtig großes Ziel. Einen absoluten Traum, den du wirklich wahrmachen willst. – Falte diesen Zettel so, dass du nich mehr erkennst was draufsteht. Und lege ihn so hin, dass du weißt, das ist der Zettel mit dem Berufsziel.

Schreibe auf den zweiten Zettel dein wichtigstes privates Ziel. Das kann die große Liebe sein, oder ein Haus mit Garten, oder Kinder, was auch immer du in deinem Privatleben unbedingt mal erreichen willst. – Falte auch diesen Zettel exakt so, wie den ersten und lege ihn so hin, dass du weißt, das ist der Zettel mit dem privaten Ziel.

Schreibe auf den dritten Zettel eine wichtige Körperfunktion, die du nicht verlieren willst und die dir am wichtigsten ist. Nimm dort einfach die erste, die dir einfällt. – Verfahre mit diesem Zettel, wie mit den zwei Vorherigen.

– Wenn du diese Übung jetzt machen möchtest, solltest du diese Schritte befolgen, bevor du weiterliest. –

Nun musst du dich entscheiden. Du musst einen der drei Zettel wegschmeissen. Das heißt eines der drei dir sehr wichtigen Dinge wird dir genommen. Auf was würdest du am ehesten verzichten?

– Nimm deine Eindrücke auf. Was macht der Verlust dieser wichtigen Sache für ein Gefühl? –

Als nächstes ist es wichtig, dass du die beiden verbleibenden Zettel so mixt, dass du nicht mehr weißt welcher jetzt welcher ist. Du kannst sie nicht mehr unterscheiden. Schließe deine Augen und nimm einen der beiden Zettel und wirf ihn ebenfalls in den Müll.

Das Schicksal hat dir ein weiteres und vor allem willkürliches der drei wichtigsten Dinge weggenommen.

– Frage dich erstmal, wie du dich jetzt fühlst. Ist es unfair, dass du dich nicht entscheiden durftest? –

Öffne den letzten Zettel.

– Wie fühlst du dich nun? –

Durch diese recht simple Übung kann man ganz leicht ganz viel über sich selbst lernen. Über seine Ziele und Prioritäten. Es ist auch eine ganz private Sache, die man nicht mit anderen teilen möchte. Ich habe mir schon vorher viele Gedanken über diese Dinge gemacht, deshalb war es für mich nicht so überraschend. Aber wenn man eine Sache verliert – auch rein hypothetisch – die einem so signifikant wichtig ist, und man nichts dagegen tun kann, weil es random ist, dann ist das schon etwas anderes. Und unglaublich spannend.

 

Auch sehr beeindruckt hat mich die Gruppenarbeit im zweiten Teil des Seminars. Anhand einer neutral geschriebenen Dialogszene sollten wir im Team eine dramatisch passende Synopsis aufbauen und die Szene umsetzen.

Dialog in der Küche zwischen MANN und FRAU

Dialog in der Küche zwischen MANN und FRAU

Dies unterschied sich ziemlich von den bisherigen Beleganfertigungen und Übungen, die wir gemacht haben. Wo wir zuvor in 12 Einstellungen und 1 min Film ohne Ton eine Geschichte erzählen mussten, durften wir nun alles um einen Dialog aufbauen. Sehen, wie man gestalterisch passend zu dem Gesagten agiert. Uns ganz anders ausprobieren.

Besonders war auch die Gruppenzusammenfindung, dass ich mit Leuten zusammenarbeiten durfte, mit denen ich so noch nicht gearbeitet habe, wodurch ein total entspanntes Team entstand. Alle Rollen waren klar verteilt. Zwei für Kamera, zwei für Regie und zwei für’s Schauspiel. Gerade für mich war es besonders neu, denn anstatt hinter der Kamera zu stehen, wo ich mich wohl fühle und was ich kann, musste ich mich diesmal am Schauspiel probieren. Unglaublich spannende Sache, mal Regieanweisungen dieser Art zu erhalten und vor allem einen Charakter nicht nur schreiben, sondern auch umsetzen zu dürfen. Das Team hat einfach wunderbar funktioniert und die Erfahrung war einfach großartig.

 

Als Abschluss dieser Woche durfte ich noch an einer Sonderveranstaltung in der Uni teilnehmen. Es wurde “Die tödliche Maria” von Tom Tykwer gezeigt und Nina Petri selbst war zu Gast um Fragen zu beantworten und von den Dreharbeiten zu erzählen.

Ich selbst hatte den Film vorher noch nicht gesehen und auch nichts darüber gelesen. Und ich kann nur sagen, dass er selbstverständlich gestalterisch und storytechnisch einfach genial ist, so wie Tykwer halt ist. Aber dieser Film hat mich beeindruckt und überrascht und ist eine wirklich Empfehlung. Ich habe ein paar Interpretierungsansätze mit Kommilitonen besprochen und würde auch gern noch mehr über diesen Film reden (Also falls ihr wollt, nä…^^).

 

Der einzige Downer diese Woche war, dass ich meine neue Tasse, gefüllt mit brennend heißem Tee habe fallen lassen. Nein Moment. Ich habe sie nicht “fallen lassen”. Ich habe sie schlichtweg durch die Küche geschleudert! Durch die Küche, aber das meiste direkt auf mich. So habe ich dann meinen ganze rechte Bauchhälfte verbrannt und durfte dann nichtmal öffentlich “Fahrt mich ins Krankenhaus” heulen, weil mein Mitbewohner Kommilitonen zum Dreh hierhatte. So hab ich dann in meinem Zimmer vor Schmerz geweint wie blöd, bis ich mich dann zusammengerissen habe und rüber zur Apotheke gelaufen bin um mit Band- und Wundgel zu kaufen. Aber halb so wild. Schwund ist überall. :p

-J-

 

 

2013

Wow, was für ein Jahr. So viele Erfahrungen, Menschen und Entwicklungen. Ich möchte mich einmal zurücklehnen und das vergangene Jahr noch einmal revue passieren lassen.

Es war nicht alles schön an 2013. Es sind auch Dinge passiert, die ich nicht so gern erlebt hätte. Der Gesundheitszustand meiner lieben Oma hat sich drastisch verschlechtert, so dass man sich jetzt kaum noch mit ihr unterhalten kann. Sogar so schlimm, dass sie uns erst gar nicht erkannt hat, als wir sie das letzte Mal besucht haben. Es sieht wirklich schlecht aus und das macht mich unglaublich traurig. Das ist aber auch das Schlimmste, was 2013 passiert ist. Alles andere waren Probleme, die ich lösen konnte und an denen ich gewachsen bin.

Generell aber habe ich mir schon am Anfang des Jahres gesagt: “Dies wird mein Jahr.” Und das habe ich dann auch wahr gemacht. Nachdem ich 2012 und nach meinem Abi eigentlich nur in meinem Zimmer rumhing und die Zeit dazu genutzt habe, Doctor Who und andere Serien komplett zu gucken und mir über mich selbst klar zu werden – Will ich das alles wirklich? Oder möchte ich doch lieber etwas anderes lernen? Was erwarte ich von meinem Leben? – wollte ich 2013 ganz viel erleben. So habe ich ein halbjähriges Praktikum im Lokalsender gemacht. Das war eine ganz tolle Zeit, aus der ich super viel mitgenommen habe. Ich habe selbstständig kreativ gearbeitet und durfte mich sowohl Journalistisch als auch technisch ausprobieren. Ich habe Politiker getroffen und interviewt, bin mit Stativ und Kamera durch die ganze Stadt gedüst, habe meine Schüchternheit überwunden, an Kreativabenden teilgenommen und mich bei allem sehr wohl gefühlt. Besonders die Menschen, mit denen ich zusammenarbeiten durfte und die, denen ich ab und zu auf Terminen begegnet bin, haben das alles zu einer tollen Lebenserfahrung für mich gemacht. Einfach ein halbes Jahr im pulsierenden Kulturzentrum der Stadt zu sein, war wundervoll und ich vermisse das.

Gegen Ende des Praktikums war mir allerdings auch noch nicht klar, was ich als nächstes mache. Für eine Bewerbung um eine Ausbildung war es zu spät und ich hatte auch gar keine Ahnung wo ich mich hätte bewerben sollen und ob das überhaupt das richtige für mich ist. So habe ich mich mehr mit Universitäten beschäftigt. Und eigentlich kam dort auch nur eine in Frage. Diese allerdings hatte nur Infotage in Verbindung mit einem Bewerbungsverfahren. Und so bin ich plötzlich (es fühlte sich jedenfalls sehr plötzlich an), heiser und total erkältet in Hamburg gewesen und habe mich beworben. Einfach so. Und als ich wieder im Zug nach hause saß, habe ich geweint. Als würde mich eine so tolle Uni mit einem Studium perfekt für mich annehmen. Als würde es mir gelingen, tatsächlich das zu machen, was ich mir immer gewünscht habe. Ganz zu meinem Entsetzen wurde ich jedoch angenommen! Und trotz des riesigen Schuldenbergs, den ich durch dieses Studium anhäufe und des enormen Drucks, der deswegen auf mir lastet, bin ich glücklich mit meiner Entscheidung.

Glücklich mit meiner Entscheidung und glücklich in Hamburg.

Toll war auch die Gamescom! Und das oldenburger Filmfestival! Und all die neuen Menschen die ich getroffen habe und total mag! Und die, die ich dieses Jahr wiedergesehen habe! So viele tolle Erinnerungen und Möglichkeiten, die mir nur möglich waren, dank wundervoller Menschen, die mit einem LoL spielen, oder Portal, oder mit einem quer durch Hamburg fahren in einem riesigen Auto. Zum Beispiel!

2013 habe ich mich auch verliebt. Viel zu sehr. Und es funktioniert nicht besonders gut, aber… na ja, das ist nunmal so. Let’s hope for the best? Ye.

Sätze wie “Hoffentlich wird das nächste Jahr besser als dieses” sind für mich kaum erträglich, denn 2013 war total awesome! Ich bin dankbar für alles, was ich dieses Jahr erleben durfte. Dankbar für meine Freunde, meine Familie und auch für Leute, die ich nicht leiden kann.

Alles was ich mir für 2014 wünsche, ist dass es mindestens genau so spannend und aufregend wird. Dass ich die Möglichkeit bekomme, mehr zu erleben und zu wachsen. Dass alle gesund bleiben! Und dass mein Studium gut funktioniert. Es ist alles unglaublich scary, aber genau so spannend!

Hoffnung.

-J-

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Zusätzlich möchte ich noch meine Lieblingsvideos 2013 anhängen.

Jedes Jahr mache ich mir eine neue Playlist auf YouTube, zu der ich jedes Video hinzufüge, das mir besonders gut gefallen hat. Die Videos sind nicht alle 2013 entstanden, aber das ist mir egal. Viel Spaß!

(Da Playlists wohl irgendwie gerade nicht funktionieren, bette ich die Videos einzeln ein.)